Stromtransport wirkt sich auf Mensch und Natur aus: Freileitungen zerschneiden Naturräume, verändern das Landschaftsbild und gefährden Vögel. Erdkabel erwärmen den Boden. Die Folgen von Elektrosmog sind umstritten. Beim Netzumbau müssen diese Konsequenzen für Anwohner und Umwelt berücksichtigt werden.
Um Strom zu erzeugen und anschließend an die Verbraucher zu verteilen, werden erhebliche Flächen in Anspruch genommen: Über 350.000 Strommasten gibt es in Deutschland. Solche Bauten stehen oft im Widerspruch zum Anspruch, die Natur zu schützen oder Erholungsflächen zu schaffen. Ob Freileitung auf Masten oder unterirdisches Kabel: Auswirkungen auf Natur und Umwelt bleiben nicht aus. Gerade beim Leitungsneubau brechen Konflikte um Natur- und Artenschutz, Landschaftsbildveränderung und Gesundheitsgefährdung auf.
Elektrosmog beunruhigt insbesondere Menschen, die in der Nähe von Höchstspannungsleitungen wohnen. Sie sind stärker als andere den Strahlungen ausgesetzt. Die Folgen sind umstritten. Elektromagnetische Felder, die von solchen Leitungen ausgehen, lassen sich durch neue Strommasten oder Erdkabel deutlich reduzieren.
Wer in seinem Garten sitzt, möchte kaum auf eine Stromtrasse schauen. Auch Wanderer sind über solch einen Anblick in der Natur meist nicht erfreut. Beim Abwägen zwischen ökologischen, ästhetischen und energiepolitischen Zielen müssen sehr verschiedene Belange berücksichtigt werden. Wichtig für die Wahl der Route ist die Akzeptanz der Bevölkerung.
Bei den Planungsprozessen spielt die Nähe zu Wohnorten daher eine entscheidende Rolle. Wird die Trassenführung konkretisiert, stellt sich die Frage: In welcher Ordnung sollen die Masten aufgestellt werden, damit sie sich optimal an die jeweiligen Gegebenheiten des Standorts anpassen?
Auch die Fernwirkung und die Beziehung zu Sichtachsen werden im Idealfall berücksichtigt. Doch in manchen Regionen verlaufen Freileitungen auch direkt über Wohngebieten oder dicht an Häusern. Selbst wenn unter mehreren Möglichkeiten die beste ausgesucht wurde, geraten im dicht besiedelten Deutschland viele Leitungen ins Gesichtsfeld der Anwohner. Als planerische Instrumente der Raumordnung stehen unter anderem Bauleit- und Landschaftsplanung zur Verfügung, um Konflikte, zu reduzieren.