Naturschutz

Foto: Paul Langrock

Stromtransport wirkt sich auf Mensch und Natur aus: Freileitungen  zerschneiden Naturräume, verändern das Landschaftsbild und gefährden Vögel.
Erdkabel erwärmen den Boden. Beim Netzumbau müssen diese Konsequenzen für Anwohner und Umwelt berücksichtigt werden.

Gerade beim Leitungsneubau zeigen sich Konflikte um Natur-, und Arten- und  Landschaftsschutz. Um Strom zu erzeugen und anschließend an die  Verbraucher zu verteilen, werden erhebliche Flächen in Anspruch genommen: Über 350.000 Strommasten gibt es in Deutschland. Solche Bauten stehen oft im Widerspruch zum Anspruch, die Natur zu schützen oder Erholungsflächen zu schaffen. Ob Freileitung auf Masten oder unterirdisches Kabel: Auswirkungen auf Natur und Umwelt bleiben nicht aus.
Freileitungen haben erhebliche Auswirkungen auf die Tierwelt: Vor allem Vögel sind gefährdet, in erster Linie durch Stromschlag oder Kollision.

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Generell gilt: Für Um- und Ausbau des Netzes müssen naturschutzfachliche Bewertungen vorgenommen und Prognosen gestellt werden. In Naturschutzgebieten, Nationalparks und Vogelschutzgebieten werden elektrische Freileitungen nicht genehmigt. Daran angrenzend gilt (laut „Ramsar Konvention“ der UNESCO und EG- Vogelschutzrichtlinie) ein Mindestabstand von 500 Metern in der Regel als angemessen. In Landschaftsschutzgebieten,  Biosphärenreservaten und Naturparks werden Einzelfälle unter  Berücksichtigung des jeweiligen Schutzziels geprüft.

Natur- und Artenschutz und Stromleitungen sind allerdings durchaus miteinander vereinbar: etwa durch Nisthilfen auf Stromleitungen und Masten oder in alten Trafohäuschen, die Eulen, Fledermäusen, Molchen und Igeln als Niststätten oder Winterquartiere dienen. Stromtrassen können so geplant und gepflegt werden, dass hochwertige Biotope entstehen und bei guter Pflege kann die Artenvielfalt auf der Trasse je nach Ausgangssituation (z. B. monotoner Kiefernforst) deutlich erhöht werden.

 

Elektromagnetische Felder

Freileitung über Wohnhaus in Krefeld. Foto Schrader, DUH

Wer in der unmittelbaren Nähe einer Hoch- oder Höchstspannungs-Leitung wohnt, ist elektrischen und magnetischen Feldern stärker ausgesetzt als andere Menschen.
Viele sorgen sich um gesundheitsschädliche Wirkungen solcher elektromagnetischer Felder, obwohl die biologischen Wirkmechanismen bisher nicht vollständig geklärt sind.
In Deutschland sieht die 26. Bundesimmissionschutzverordnung (BImSchV) verbindliche Grenzwerte für die Feldbelastung vor.

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Elektromagnetische Felder von Höchstspannungsleitungen

Landschaftsbild

Freileitungstrasse Nähe Krefeld. Foto: Schrader, DUH

Wer in seinem Garten sitzt, möchte kaum auf eine Stromtrasse schauen. Auch Wanderer und Spaziergänger sind über solch einen Anblick in der Natur meist wenig erfreut. Bei der Abwägung zwischen ökologischen, ästhetischen und energiepolitischen Zielen gilt es, sehr verschiedene Belange zu berücksichtigen. Wichtig für die Wahl der Stromtrasse ist die Akzeptanz der Bevölkerung.

Bei den Planungsprozessen spielt die Nähe zu Wohnorten daher eine  entscheidende Rolle. Wird die Trassenführung konkretisiert, stellt sich die  Frage: In welcher Ordnung sollen die Masten aufgestellt werden, damit sie sich optimal an die jeweiligen Gegebenheiten des Standorts anpassen?

Auch die Fernwirkung und die Beziehung zu Sichtachsen werden im Idealfall berücksichtigt. Doch in manchen Regionen verlaufen Freileitungen auch direkt über Wohngebieten oder dicht an Häusern. Selbst wenn unter mehreren  Möglichkeiten die beste ausgesucht wurde, geraten im dicht besiedelten  Deutschland viele Leitungen ins Gesichtsfeld der Anwohner. Als planerische Instrumente der Raumordnung stehen unter anderem Bauleit- und  Landschaftsplanung zur Verfügung, um Konflikte zu reduzieren.