Stromnetz heute und morgen

Die Erneuerbaren Energien aus Wind und Wasser, Sonne und Biomasse sind die Basis der zukunftsfähigen Energieversorgung. Vor allem bei der Stromerzeugung sind sie effizient und erfolgreich. In den vergangenen beiden Jahrzehnten haben sie sich von einer Nischentechnik zu einer Boomtechnik entwickelt. Bereits 20 Prozent der Elektrizität in Deutschland stammen aus den klimafreundlichen Quellen Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Erdwärme.

Foto: Paul Langrock

Damit wir unsere nationalen Klimaschutzziele und internationalen Klimaschutzverpflichtungen erreichen können, müssen die Erneuerbaren Energien weiter deutlich ausgebaut werden. 2020, also in rund zehn Jahren, sollen nach den Plänen der Bundesregierung mindestens 35 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Quellen stammen; die Branche der Erneuerbaren Energien rechnet dann schon mit 47 Prozent.

Wird das Stromnetz zum Flaschenhals der Energiewende?

Foto: S. Hainz, Pixelio.de

So oder so wird das aber nur funktionieren, wenn der Umbau des Stromnetzes mit dieser Entwicklung Schritt halten kann. Denn die Stromerzeugung aus Wind und Sonne hat eine ganz andere Struktur als die bislang bekannte Art der  Elektrizitätsgewinnung.

Der Netzumbau muss zügig in Angriff genommen werden. Sonst droht das Stromnetz zum Flaschenhals der Energiewende zu werden. Wenn die Leitungen die von den Erneuerbaren hergestellte Elektrizität nicht vollständig abnehmen können, behindern sie den Ausbau der klimaschonenden Stromproduktion. Das wäre sowohl wirtschaftlich als auch klimapolitisch fatal.

Engpässe im Stromnetz bei starkem Wind

Das bestehende Leitungsnetz ist häufig überlastet. Bei starkem Wind können die Leitungen den Strom aus Windkraftanlagen in Norddeutschland in verbrauchsschwachen Zeiten nicht komplett aufnehmen. Windanlagen mussten deshalb schon mehrfach abgeschaltet werden: Der von ihnen produzierte Strom lässt sich schließlich ebenso wenig lagern wie konventioneller Strom. Um allen verfügbaren Strom aus den klimafreundlichen Energieträgern Wind und Sonne nutzen zu können, muss das Stromnetz dringend verstärkt werden.

Wenn in Nord- und Ostsee demnächst weitere Windparks entstehen, müssen auch diese Megawatt-Anlagen ans Netz angeschlossen werden. Armdicke Übertragungskabel werden dann auf dem Meeresgrund verlegt, um den Strom an Land zu bringen. Von der Küste muss er dann in die Industriegebiete und Ballungsräume transportiert werden. mehr