Die Energiewende braucht viele Akteure

Die Energiewende ist eine große, gesellschaftliche Herausforderung - und entsprechend müssen viele unterschiedliche Akteure daran mitwirken und Verantwortung übernehmen. Es geht zum einen um den Umbau der Infrastruktur für die Stromerzeugung und seinen Transport. Aber auch die Nutzer müssen umschalten.

Stadtorchester vor Windkraftanlage im Energiepark Druiberg. Foto Heinrich Bartelt, www.energiepark-druiberg.de

Politik

Darüber hinaus hat die Politik vor allem die Aufgabe, rasch geeignete Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Anreize zu setzen, damit die Erneuerbaren Energien künftig besser als bisher und in größerem Ausmaß ins Netz eingespeist werden können. Nicht kurzfristige Effizienzgewinne dürfen dabei der Orientierungspunkt sein. Vielmehr muss der langfristige Nutzen für die Volkswirtschaft im Zentrum stehen. Der Umbau des Netzes muss so gestaltet werden, dass er Innovationen provoziert und dabei ökologische und soziale Kriterien einbezieht.

Netzbetreiber

Eine Schlüsselfunktion besitzen die vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland, die Tennet TSO GmbH, die 50Hertz Transmission GmbH, die Amprion GmbH sowie die Transnet BW GmbH. Sie sind gefordert, gut mit den Betreibern der Verteilnetze zu kooperieren – in vielen Fällen sind das Stadtwerke und kommunale Unternehmen.

Auch die Betreiber von Anlagen, die Strom aus Erneuerbaren Quellen herstellen, müssen mit den Netzbetreibern zusammenarbeiten. Nur dann kann die Integration der grünen Kraftwerke in die bestehenden Systeme gelingen und ein völlig neuartiges Stromsystem entstehen. Die Aufgabe der Netzumgestaltung ist nicht nur riesig, sondern aus Klimaschutzgründen auch überaus dringend.

Bundesnetzagentur

Seit 2011 hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) eine ganz entscheidende Rolle bei der Planung des deutschen Höchstspannungsnetzes.

Die Bonner Behörde Bundesnetzagentur

  • genehmigt jährlich den Szenariorahmen
  • prüft, konsultiert und bestätigt jährlich den Netzentwicklungsplan Strom (NEP)
  • bewertet die Umweltauswirkungen und erstellt einen Umweltbericht
  • erstellt auf Grundlage des NEP den Entwurf eines Bundesbedarfsplan und
  • ist die Raum planende Behörde für die Bundesfachplanung.


Informationen zu den Aufgaben und zur Öffentlichkeitsbeteiligung finden Sie auf der Website der Bundesnetzagentur: Opens external link in new windowwww.netzausbau.de.

Stadtwerke und Kommunen

Konzert vor Windpark. Foto Heinrich Bartelt, www.energiepark-druiberg.de

Auf regionaler Ebene sind Stadtwerke, Landkreise und Kommunen gefragt: Sie sollen Kriterien entwickeln, die die effektive Nutzung von Sonne, Wind und Biomasse vor Ort fördern, statt sie zu behindern. Gegenwärtig suchen Forscher Modellregionen, in denen eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien erprobt werden kann. Je nach regionalen Gegebenheiten werden die Lösungen ganz unterschiedlich aussehen müssen. Doch die Erfahrungen, die in einer Region gesammelt werden, sind mit Sicherheit auf viele andere Orten übertragbar. Es gilt, dieses Pionierwissen nutzbar zu machen und ständig weiterzuentwickeln.

Um voran zu kommen, ist die Motivation aller Beteiligten wichtig. Zentrale Voraussetzung dafür ist, dass die Planungsgrundlagen transparent, fair und für alle zugänglich sind.