Freileitungen und Erdkabel - Mehrkosten je nach Spannungsebene

Strom kann über Freileitungen oder Erdkabel zum Verbraucher gelangen. Diese Übertragungstechnologien haben Vor- und Nachteile, die sich je nach Spannungsebene erheblich unterscheiden. Für den Einsatz auf den verschiedenen Stromnetz-Ebenen ist die Erdkabeltechnologie aus technischen und aus Kostengründen unterschiedlich geeignet.

Höchstspannung (220/380 kV)

Höchstspannungsleitungen werden in Deutschland bisher fast ausschließlich als Freileitungen ausgeführt. Auf Teilstrecken werden Erdkabel in der Höchstspannungsebene im Drehstromnetz seit 1986 eingesetzt. Die weltweit längsten Kabelabschnitte mit 38 km und 22 km liegen in Japan und Kopenhagen. Auf längeren Strecken ist der Einsatz von Erdkabeln auf der Höchstpannungsebene im Drehstromnetz allerdings noch mit technischen Einschränkungen verbunden und erheblich teurer.


Hochspannung (110 kV)

Auf der Hochspannungsebene werden Leitungen meist als Freileitung errichtet, Erdkabel sind aber heute auch Stand der Technik. Die Mehrkosten im Vergleich zu Freileitungen sind stark abhängig von der lokalen Situation, z.B. dem Untergrund. Nach dem Energiewirtschaftsgesetz von 2011 sollen neue 110-kV-Leitungen zukünftig als Erdkabel verlegt werden, solange die Gesamtkosten für Errichtung und Betrieb des Erdkabels nur maximal 2,75-mal höher sind als für eine vergleichbare Freileitung (§ 43h EnWG).

Nieder-und Mittelspannung (bis 60 kV)

Auf der Nieder- und Mittelspannungsebene sind Erdkabel schon lange Stand der Technik. Leitungen werden auf dieser Spannungsebene in Deutschland aus Akzeptanzgründen meist als Erdkabel verlegt. Die Kosten für Erdkabel und Freileitungen sind ungefähr gleich hoch.