Gefahren für Vögel an Freileitungen

Kranichfamilie. Foto: B. Hase

Stromleitungen sind vor allem eine Gefahr für Vögel:
durch Kollisionen und Stromschlag.

 

 

Leitungsanflug

Vor allem große Vögel mit schlechtem dreidimensionalem Sehvermögen kollidieren häufig mit den zuoberst angebrachten Erdungsseilen von Hoch- und Höchstspannungsleitungen. Verletzungen bis hin zum Tod sind die Folge. Zur Verhinderung von Kollisionen gibt es wirksame technische Maßnahmen, die  eingesetzt werden können. Dies sind zum Beispiel Markierungen, die in regelmäßigem Abstand an den Erdseilen von Hoch- und  Höchstspannungsleitungen angebracht werden und diese so für Vögel besser sichtbar machen. Es sind aber noch lange nicht alle Leitungen so ausgerüstet, wie es für einen effektiven Vogelschutz notwendig wäre.

Auch bei Einebenenmasten sind die Leitungen für Vögel deutlich besser zu erkennen, da die Seile horizontal nebeneinander liegen.

Anbringen einer Schwarz-Weiß-Vogelschutzmarkierung vom Hubschrauber aus

Foto: Amprion

Stromschlag

Vögel nutzen die Mittelspannungs-Leitungen und -Masten gerne als Späh- und Rastplätze. Dabei besteht die Gefahr, dass ein Vogel durch seinen Körper  Bereiche unterschiedlicher Spannung oder ein Spannung führendes und ein geerdetes Bauteil miteinander verbindet. Dann kommt es zu einem Erd- oder Kurzschluss, der für den Vogel oft tödlich endet.
Bei höheren Spannungen (110 bis 380 kV) ist der Abstand zwischen Leiterseilen und Mast und zwischen den Seilen groß genug, so dass es zu keiner Überbrückung durch den Vogelkörper kommt. Niederspannungsleitungen (< 1 kV) stellen aufgrund der geringen Spannung nur eine minimale Gefahr für Vögel dar.

Masten und Bauteile von Mittelspannungsleitungen müssen nach  Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) so ausgeführt werden, dass Vögel gegen Stromschlag geschützt sind. Bestehende Masten sollen bis Ende 2012  entsprechend technischer Vorschriften nachgerüstet werdend. Dazu werden beispielsweise Plastikabdeckungen benutzt, welche die Leitungen in der Nähe des Trägers ummanteln.

Foto: Schrader / DUH