Elektromagnetische Felder von Höchstspannungsleitungen

Elektrische Geräte und Leitungen erzeugen zwei Arten von Feldern: elektrische und magnetische Felder. Die Einheit Tesla (T) bezeichnet die magnetische  Flussdichte – umgangssprachlich auch Magnetfeld genannt. Der zulässige Grenzwert liegt in Deutschland bei 100 Mikrotesla (µT).

Normalerweise sind Hausinstallationen und elektrische Geräte für den Großteil  der alltäglichen Feldbelastung verantwortlich. Stromfreileitungen machen  dagegen nur einen geringen Teil aus. Mit zunehmender Entfernung zu Hochspannungsleitungen, elektrischen Geräten und Installationen nimmt die Feldbelastung ab. Die für die menschliche Gesundheit bedeutsamen Magnetfelder sind abhängig vom Strom, der übertragen wird. Zu Tageszeiten, an denen viel Strom verbraucht wird, sind die Felder stärker.

Ab welchem Abstand zur Wohnbebauung gesundheitliche Risiken von einer Stromleitung komplett ausgeschlossen sind, kann heute niemand mit Sicherheit sagen. Beim Bau einer neuen Hoch- oder Höchstspannungsleitung kann der geltende Grenzwert für elektromagnetische Felder auch eingehalten werden, wenn die Leitung direkt über oder sehr nah an Wohnhäusern gespannt wird.
Das wird von vielen Anwohnern als bedrohlich empfunden. Hier sollten  weitergehende Regelungen zum Wohnumfeldschutz dringend diskutiert  werden.

Bei Erdkabeln schirmt das Erdreich das elektrische Feld ab, das magnetische jedoch nicht. Die Stärke des Magnetfelds nimmt aber bei Erdkabeln mit  zunehmender Entfernung schneller ab als bei Freileitungen. Zwar ist das Feld direkt über dem Erdkabel höher als unter einer Freileitung, aber schon bei  einem Abstand von 10 bis 30 Metern beträgt es weniger als 1 Mikrotesla.
Bei 380-kV-Freileitungen wird der Wert von 1 Mikrotesla in der Regel bei einem Abstand von 100 bis 120 m unterschritten.

Feldstärke bei 380-kV-Erdkabeln und -Freileitungen

Untersuchung von 8 Erdkabel- und 15 Freileitungsabschnitten, Wert bei maximal zulässigem Dauerstrom.
Mittelwert: Durchschnitt der untersuchten Abschnitte,
Maximum: Abschnitt mit höchstem Wert.

Schematische Darstellung

Quelle: Neitzke, Osterhoff, Voigt, (2010) - Ressortforschungsberichte zur kerntechnischen Sicherheit und zum Strahlenschutz, 2. korrigierte Auflage, i. A. des Bundesamt für Strahlenschutz

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Links:

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