Stromnetz im 20. Jahrhundert

So funktioniert das Stromnetz. Grafik Stefan Riepl

Das Herz des herkömmlichen Elektrizitätssystems ist das Großkraftwerk. Es speist die Energie ins Netz. Das Stromnetz wird auf unterschiedlichen Spannungsebenen betrieben und besteht aus einem Übertragungsnetz und einem Verteilnetz. Das Übertragungsnetz ist die Pulsader der Stromversorgung, die große Strommengen über weite Entfernungen transportiert. Von den Höchstspannungsleitungen des Übertragungsnetzes gehen Hochspannungsleitungen ab, die den Strom zu Trafostationen bringen, wo er in Mittel- oder Niederspannungsstrom umgewandelt wird. Der kann dann in Haushalten zum Betreiben des Fernsehers, eines Föhns oder Computers genutzt werden.

Fossile Großkraftwerke

Braunkohlekraftwerk Jänschwalde. Foto Vattenfall

Die energieintensiven Unternehmen aus der Stahl- und Textilindustrie, dem Automobil- und Maschinenbau haben sich in den vergangenen 200 Jahren dort angesiedelt, wo sie am einfachsten an Kohle und später an Strom kamen. So hat sich das Ruhrgebiet im 19. Jahrhundert unter anderem wegen der dortigen Kohlevorkommen zum Zentrum der Stahlindustrie entwickelt. Große Kohlekraftwerke lieferten den Strom für die Industrie und die wachsenden Städte, die sich schließlich zum Ballungsraum an Rhein und Ruhr auswuchsen.

Auch Atomkraftwerke wurden in den 1960er und 1970er Jahren an der Peripherie industrieller und dicht besiedelter Regionen gebaut. Sie sollten wirtschaftlich wichtige Gebiete ohne eigene Braun- oder Steinkohle mit Elektrizität versorgen.

Das Stromnetz der Zukunft sieht anders aus. Mehr